Meine Shetlandponys – unsere Story

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Aktuell begleiten mich meine drei Shetlandponys Pauline, Gerlinde und Obelix. Hier erfährst du mehr über ihr Leben und unsere gemeinsame Zeit. Außerdem findet auch mein bereits verstorbener Shetlandponywallach Fury Erwähnung. Er hat ebenfalls maßgeblich zu meinen Erfahrungen in der Haltung von Ponys beigetragen. 

Pauline

https://pferdeapfel.info meine shetlandponys Pauline steht im Stall und frisst Heu

Pauline begleitet mich bereits seit 19 Jahren. Sie wurde im Mai 1999 geboren. Zwei Jahre später lernten wir uns kennen. Ich suchte damals nach einem Artgenossen für meinen inzwischen verstorbenen Wallach Fury. Es muss für sie damals ein regelrechter Kulturschock gewesen sein, als Zweijährige aus einer reinen Stutenherde (ihre Mama, Oma und zwei Schwestern) zu einem 7-jährigen dominanten Wallach zu kommen. Zum Glück fand sie in der Reitponystute Atifa eine Beschützerin. Drei Jahre lebten Fury, Pauline und Atifa in einer Weidegemeinschaft. Aus Rücksicht auf Furys Gesundheit musste ich dies dann aber beenden. Er neigte zu Hufrehen, so dass es besser war, die zwei Ponys im Offenstall mit Paddock zu halten. Anstatt ganztägig kamen sie nur noch stundenweise auf die Weide. Das klappte ganz gut, Fury blieb gesund. Bis zu dem schwarzen Montag im August 2005, als er uns für immer verließ. Das erzähle ich aber in Fury’s eigener Geschichte. 

Von der Remonte zum Kutschpony

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Pauline im Geschirr

Paulines Ausbildung nahm ich selbst in die Hand und ließ mir dabei viel Zeit. Als sie zu mir kam, kannte sie das Führen, Putzen und Hufe geben. Außerdem war sie Kinder gewöhnt und zeigte sich sehr artig. An diesem Ausbildungsstand knüpfte ich an und gewöhnte sie an  Trense und Longiergurt und schließlich auch an das Longieren selbst. Später kam das Fahren vom Boden aus hinzu. Diese Lektion dauerte etwas länger an, da Pauline anfangs Schwierigkeiten hatte, vor mir zu laufen. Es kostete einige Überredungskunst und Geduld. Als sie vier Jahre alt war, begannen wir mit dem Fahrtraining, anfangs im Zweispänner zusammen mit Fury, später auch einspännig. Pauline verfügt über einen sehr raumgreifenden Schritt. Sie ist lauffreudig und das Fahren macht mit ihr einfach Spaß.

Wanderjahre

Damit Pauline nach Furys Tod nicht allein sein musste, zog sie kurzfristig in einem Reitstall ein. Hier gab es überwiegend Reitpferde und sämtliche Einrichtungen waren auf Großpferde ausgelegt. Es war also von vornherein klar, dass dies nur eine Zwischenlösung sein konnte. Dennoch war ich sehr froh, dass ich so schnell ein Heim für Pauline finden konnte. Die Versorgung war sehr gut und der Stallbesitzer improvisierte sogar extra für Pauline eine Ponybox. Im darauffolgenden Sommer fand ich einen Stall, wo schon viele Ponys lebten. Pauline zog dorthin um. Anfangs stand sie mit einer anderen Shettystute in einem Offenstall mit Paddock. In dieser Zeit machten wir oft ausgedehnte Spaziergänge im Wald. Manchmal longierte ich Pauline, spannte sie an oder ließ sie einfach nur auf einer Grünfläche grasen. Leider währte auch hier das Glück nicht lange. Häufig wechselnde Artgenossen im Paddock stressten Pauline extrem. Sie wurde anderen Ponys gegenüber aggressiv. Außerdem litt sie unter Juckreiz und scheuerte sich etliche Stellen kahl. Der gerufene Tierarzt behandelte auf Parasiten, aber es brachte keine Besserung. Hinzu kam, dass sich die hygienischen Bedingungen im Stall verschlechterten, sowohl was das Misten als auch was die Heuqualität betraf. Ich suchte also wieder einen shettygerechten Stallplatz für Pauline. Und das war gar nicht so einfach. Doch dann wurde ich fündig, so dass wir nach etwas mehr als 2 Jahren wieder umzogen.

Alle guten Ställe sind drei?

https://pferdeapfel.info meine Shetlandponys Gerlinde und Pauline auf einer WeideEs war September und Pauline kam im neuen Zuhause erstmal auf eine schöne Weide. Zum Glück hatte ich sie vorher oft grasen lassen, so dass sie das Grünfutter schon gewöhnt war. Ich führte sie bei der Ankunft auf der Weide erst einmal herum, damit sie sehen konnte, wo der Elektrozaun verlief. Pauline schnaubte sofort zufrieden und wirkte glücklich. Der dortige Stallbesitzer hatte sogar zwei ältere Ponystuten vom Nachbarn „ausgeborgt“, damit Pauline nicht alleine stehen musste. Aber an den beiden Omis zeigte Pauline keinerlei Interesse. Da die „geborgten Shettys“ aber nur eine Übergangslösung sein sollten und es keine weiteren Ponys in diesem Stall gab, entschied ich mich für eine langfristige Lösung und kaufte ein weiteres Shetlandpony. So fand also drei Wochen später Gerlinde ihren Weg zu uns. In den nächsten vier Jahren verbrachten meine zwei Mädels die Winter nachts im Stall in hübschen, geräumigen Ponyboxen und tagsüber auf ihrem eigenen Paddock. Im Sommer residierten sie im Grünen auf ihrer Weide. Hinter der Ponykoppel begann der Wald, wo wir oft unterwegs waren. Es hätte alles so bleiben können, wenn es nach mir gegangen wäre. Doch beim Stallbesitzer standen Veränderungen an – der Verkauf der Stallanlage. 

Zurück zu den Wurzeln

https://pferdeapfel.info meine Shetlandponys vor ihrem Stall aus Holz

Manchmal trifft man zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Menschen. Auch bei mir war das der Fall, denn es zogen zwei neue Ponys in den Stall ein – Stute Gina und Wallach Uso. Gina verbrachte den Sommer zusammen mit Pauline und Gerlinde auf der Weide. Uso kam mit anderen Wallachen auf eine „Männerwiese“. Ich freundete mich mit Ginas und Usos Besitzern an. Wir stellten fest, dass wir uns alle wünschten, unsere Ponys in einem eigenen Stall zu halten. Also schmiedeten wir einen Plan, sahen uns nach einem geeigneten Grundstück um, das wir pachteten und kauften alles, was nötig war. Anfang September 2012 war es dann endlich soweit, wir zogen wieder um. Doch diesmal für länger. 

 

Gerlinde

pferdeapfel.info artgerechte pferdehaltung gerlinde shetlandponyAls ich mich im September 2008 nach einer dauerhaften Gefährtin für Pauline umsah, war Gerlinde das zweite Pony, das ich mir ansah. Als ich sie das erste Mal sah, stand diese pechschwarze Shetlandponystute mit ein paar Schafen auf einer Weide und beäugte uns Besucher misstrauisch. Gerlinde war damals acht Jahre alt. Der Verkäufer löste aus Altersgründen seine Shettyzucht auf und sie war die letzte Stute auf dem Hof. Außer ihr gab es nur noch einen Deckhengst. Auch wenn sich Gerlinde an dem Besichtigungstag etwas scheu und zurückhaltend zeigte, gefiel mir doch ihre Anmut. Sie strahlte etwas Erhabenes, Würdevolles aus. Außerdem hatte sie eine gute Abstammung und war noch unverbraucht. Die Entscheidung, Gerlinde zu uns zu holen, brauchte also nicht lange. Eine Woche später holten wir sie ab. Ich werde nie das Bild vergessen, das sich mir im Rückspiegel meines Autos bot. Der ältere Züchter stand, auf einen Gehstock gestützt, mit seinem erwachsenen Sohn in der Toreinfahrt und schaute dem Pferdetransporter nach, in dem seine letzte Zuchtstute davonfuhr. 

Ankunft im neuen Heim

https://pferdeapfel.info meine Shetlandponys Gerlinde und Pauline beschnuppern sich zum ersten Mal
Gerlinde und Pauline beschnuppern sich zum ersten Mal.

Gerlinde überstand die ca. 80 km lange Fahrt im Pferdetransporter gut. Wir brachten sie direkt zu Pauline auf die Weide. Hier war ausreichend Platz, so dass sich die beiden Stuten, wenn sie wollten, aus dem Weg gehen konnten. Aber viel Distanz war zwischen ihnen nicht nötig. Sie verstanden sich auf Anhieb. Gerlinde zeigte sich damals, und das tut sie auch noch heute, als eine sehr soziale Pferdelady, die ihre Herdenmitglieder gern zusammenhält. Eine kleine Führungspersönlichkeit. Nach der Eingewöhnung begann ich, mit Gerlinde zu arbeiten. Anfangs gingen wir viel spazieren oder ich putzte sie einfach nur. Das tat unserem Beziehungsaufbau sehr gut. Im Winter nutzte ich die kleine Reithalle oder den Longierplatz und longierte Gerlinde. Hierbei war allerdings viel Geduld von mir gefordert, da Gerlinde oft ziemlich kopflos und aufgeregt an der Longe herumraste. Besser ging es, wenn Pauline in Sichtweite war. Trotzdem übten wir die Kommandos zum Wechsel der Gangarten, und Gerlinde zeigte sich sehr gelehrig. 

Shetty-Girli-Power

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Pauline und Gerlinde

Die Shetty-Damen wuchsen zu einem guten Team heran. Abgesehen von kleineren, harmlosen Kompetenzgerangel harmonieren sie miteinander. Um den Ponys ausreichend Bewegung zu verschaffen, waren wir häufig im Wald unterwegs und machten auch mal ausgedehntere Wanderungen in der Umgebung. Das war ein gutes Training für den anstehenden Umzug in den eigenen Stall, den wir zu Fuß bewältigen wollten. Anfang September 2012 machten sich vier Menschen und vier Ponys zu Fuß in die neue Ponyheimat auf. Wir hatten uns eine Route durch Wald und Flur ausgesucht, da die Straße auf Grund des Verkehrs und fehlendem Fahrradweg keine Option war. Vor uns lagen einige Kilometer Fußmarsch. Nach etwa 3 Stunden hatten wir es geschafft. Wir kamen auf unserer Wiese an und die Ponys fühlten sich sehr schnell heimisch. Schon am nächsten Tag lagen alle vier friedlich nebeneinander im Gras und ließen sich die Herbstsonne auf den Bauch scheinen. 

Die Herde wächst zusammen

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Uso vor dem neuen Stall. Im Hintergrund chillen Pauline, Gerlinde und Gina.

Trotz des guten Starts in die neue Stallgemeinschaft brauchte die kleine Herde eine Zeit lang, um zusammenzuwachsen. Zwar hatten die Mädels Pauline, Gerlinde und Gina bereits den Sommer miteinander verbracht, und Gina und Uso kannten sich natürlich auch, aber alle vier zusammen auf einer Wiese war dann doch noch einmal etwas anderes. Es bildete sich auch eine eigenartige Rangfolge heraus. Gerlinde stand über Gina und Pauline, aber Gina stand über Uso. Und sie war auch nicht zimperlich, den Wallach in seine Schranken zu weisen. Uso wiederum war, allein schon auf Grund seiner Größe, in der Rangfolge über Gerlinde und Pauline angeordnet. 

 

 

Obelix

folgt

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Obelix

 

Fury

folgt

 

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